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Zentrale Studienplatzvergabe für Medizinstudium abschaffen

Zum gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU und FDP "Medizinstudium weiterentwickeln – Vorsorge für den künftigen Bedarf von Ärzten treffen" erklärt Kristin Schütz, sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:

"Die Versorgung mit Allgemeinmedizinern, besonders in den ländlichen Regionen Sachsens ist d i e gesundheitspolitische Herausforderung der Zukunft. Bereits jetzt fehlen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen 326 Hausärzte. Umso entscheidender ist es deshalb jetzt, die Versäumnisse der Vergangenheit anzugehen.

Wichtige Schritte hat die Staatsregierung bereits unternommen und beispielsweise mit den Unterstützungsprogrammen der SAB und dem Stipendienprogramm für sächsische Medizinstudenten notwendige finanzielle Anreize geschaffen. Das allerdings ist nur eine Maßnahme, die durch weitere flankiert werden muss.

Rund 60 Prozent der Medizin-Studienplätze vergeben die Hochschulen entsprechend individueller Auswahlkriterien. Nur 20 Prozent der Studienplätze werden allein anhand der Abiturnote von der ZVS vergeben.


Wir wollen, dass künftig alle Studienplätze von der Hochschule selbst besetzt werden. Eine Abiturnote allein sagt noch nichts über die tatsächliche Eignung von jungen Leuten für den Arztberuf aus, sondern sollte durch Auswahlgespräche, durch das Hinzuziehen von außerschulischen Qualifikationen oder Testverfahren ergänzt werden. Hier hat die Hochschule die Freiheit, zu entscheiden. Wenn 20 Prozent der Absolventen keinen ärztlichen Beruf ergreifen und sich bereits während des Studiums ein großer Teil der Studenten eine patientenferne Tätigkeit vorstellen kann, müssen wir neue Wege gehen.


Zudem muss der allgemeinmedizinische Bereich des Medizinstudiums gestärkt werden. Deswegen müssen die Studenten bereits während ihrer Ausbildung einen Zugang zum Beruf des Hausarztes bekommen und einen Eindruck gewinnen, wie das Leben und Arbeiten als Hausarzt ist. Je eher Studenten damit in Kontakt kommen und ihnen bewusst wird, dass der allgemeinmedizinische Beruf keine bloße Addition von Spezialwissen ist, sondern eine Tätigkeit, die auch Charme hat, die Spaß macht, desto eher können sie auch für die hausärztliche Tätigkeit gewonnen werden.


Das Stipendienmodell für Medizinstudenten wird fortgeführt, evaluiert und gegebenenfalls verbessert."

17.06.2010